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Riesenschnauzer – vielseitiger Gebrauchshund mit markantem Schnurrbart

Riesenschnauzer 01 Der Riesenschnauzer kommt in vielen Arbeitsbereichen zum Einsatz und gilt als sehr zuverlässig und agil. Er wird selten als reiner Familienhund gehalten. Sowohl beim Hundesport als auch als Therapie- oder Diensthund ist der Riesenschnauzer wegen seiner Fähigkeiten sehr gefragt. Von seinen nahen Verwandten, den Mittel- und Zwergschnauzern unterscheidet er sich fast nur anhand seiner Körpergröße. Hier erfährst Du alles Wissenserte zur Rasse.
Besonderheiten
  • Intelligent und lernwillig
  • Fremden gegenüber misstrauisch
  • Sehr Selbstbewusst
  • Drahtiges, wetterfestes Fell
  • Lebhaft und aktiv

Rasseportrait: Riesenschnauzer

HerkunftDeutschland (Württemberg)
KlassifikationGebrauchshund (Hirtenhund, Rattler, Wachhund)
Weitere geläufige BezeichnungenMünchner Schnauzer, Bierschnauzer
GrößeCirca 60 bis 70 cm Widerristhöhe
GewichtEtwa 35 bis 50 kg
KörperbauMuskulös, sportlich, kräftiges Brustbein
AugenOval und dunkel, überragt von langen Augenbrauen
OhrenV-förmige Klappohren
Fell & FarbeRaues, mittellanges Fell in schwarz oder pfeffer-salz
BesonderheitenVielseitiger Gebrauchshund
CharakterAnhänglich, misstrauisch gegenüber Fremden, ausgeprägter Schutz- und Wachinstinkt
PflegeFell regelmäßig trimmen, Besuche beim Hundefriseur hin und wieder nötig
GesundheitErhöhtes Krebsrisiko, Neigung zu Hüftdysplasien, Epilepsie, selten Schilddrüsenunterfunktion
ZuchtVerantwortung liegt beim Pinscher und Schnauzer Klub e.V

Erscheinungsbild der Hunderasse: Der rußige Bärenschnauzer

In seiner süddeutschen Ursprungsregion wurde der Riesenschnauzer vor der Einführung offizieller Rassestandards auch „rußiger Bärenschnauzer“ genannt, was auf sein meist einfarbig schwarzes Fell und seine damalige Funktion als alpiner Kutschen- und Herdenschutzhund zurückzuführen ist. Kopfform und Behaarung unterscheiden sich kaum von Mittelschnauzern und Zwergschnauzern. Im Gegensatz zu den kleineren Typen, die im FCI-Rassestandard–LINK–(http://www.fci.be/nomenclature/Standards/181g02-de.pdf) als eigene Rassen geführt werden, gibt es den Riesenschnauzer nur in zwei Farbschlägen:

  • Einfarbig schwarz: Deckhaar, Haut und Unterwolle
  • Pfeffersalz: Erscheint eisengrau bis silbergrau, dunkle „Pfefferung“, dunkle Maske

Unterschiede zu ähnlichen Rassen

  • Zwergschnauzer werden etwa 30 bis 38 cm groß (gemessen am Widerrist). Es gibt sie in vier verschiedenen Farbschlägen, wobei weiße Zwergschnauzer eher selten sind.
  • Mittelschnauzer sind zwischen 45 und 50 cm groß. Wie die Riesenschnauzer werden sie in den Farbschlägen schwarz und pfeffersalz gezüchtet.
  • Riesenschnauzer erreichen eine Widerristhöhe zwischen 60 und 70 cm und bringen bis zu 50 Kilogramm auf die Waage.
  • Pinscher und Riesenschnauzer sind eng verwandt und unterscheiden sich äußerlich hauptsächlich durch ihre Fellstruktur. Der Dobermann als größter Pinscher ähnelt dem Riesenschnauzer äußerlich sehr stark, was wegen des rauen und längeren Fells des Schnauzers nicht gleich auffällt.

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Der Riesenschnauzer vom Schnurrbart bis zur Rutenspitze

  • Der Kopf ist ähnlich wie beim Dobermann flach und langgestreckt, wobei der Stopp deutlich ausgeprägt erscheint. Der Fang endet in eine stumpfen Keil mit gut ausgeprägtem und leicht aufgestülptem Nasenschwamm. Durch den buschigen Schnurrbart wirkt der Fang quadratisch und kantig (je nachdem, wie scharf der Schnurrbart gekürzt wird).
  • Die Augen sind oval und mit intelligentem Ausdruck nach vorn gerichtet. Nur dunkle Augenfarben sind für die Zucht zugelassen. Lange, nach oben wachsende Augenbrauen verleihen der Rasse einen für Schnauzer typischen strengen Ausdruck.
  • Die Spitzen der mittelgroßen Klappohren sind V-förmig und leicht abgerundet. Sie liegen locker auf den Schläfen.
  • Der Hals wird als schlank, kräftig und edel beschrieben. Er geht harmonisch in den leicht abfallenden Rücken über. Rücken und Lenden sind kurz und sehr kräftig, sodass der Hund eher kompakt wirkt.
  • Brustbein und Brustkorb sind markant ausgeprägt und verleihen dem Hund eine stolze Haltung.
  • Die Rute wird als Säbel- oder Sichelrute getragen und zeigt die Stimmung des Hundes deutlich an.
  • Die Vorderläufe stehen gerade, liegen eng am Körper an und wirken sehr muskulös.
  • Die Hinterläufe sind von der Seite gesehen schräg gestellt, mit ausgeprägt gewinkelten und kräftigen Sprunggelenken.
  • Das raue Deckhaar liegt eng am Körper an und ist weder gewellt noch struppig. Darunter befindet sich dichte Unterwolle in schwarz oder grau.

Die Herkunft der Riesenschnauzer: Kutschenbegleiter aus Süddeutschland

Schnauzer und Pinscher werden in Deutschland schon seit dem Mittelalter für verschiedene Zwecke eingesetzt – größere Typen dienten zur Bewachung von Vieh und Kutschen, kleinere Schläge bewachten nachts Waren und Ställe. Rattler gab es schon immer in vielen verschiedenen Farben und mit unterschiedlicher Fellstruktur. Rauhaarige Pinscher sind seit Anfang des 20. Jahrhunderts unter dem Namen Schnauzer bekannt.

Der große Schnauzer aus den Alpen

Seit 1925 ist der Riesenpinscher ein anerkannter Gebrauchs- und Diensthund. Er wird als Rettungshund in Ski- und Wandergebieten eingesetzt, kann aber auch problemlos seiner ursprünglichen Aufgabe als Hirtenhund nachkommen. Wegen seiner großen Besitzertreue und Zuverlässigkeit ist der Hund auch außerhalb seiner Heimat ein beliebter Nutz- und Familienhund.

Nahe Verwandte des Riesenschnauzers

  • Genetische Ähnlichkeiten mit spitztypischen Hunden sind vorhanden (Schipperke, American Eskimo Dog).
  • Der Riesenschnauzer ist sowohl mit dem Dobermann als auch mit dem Rottweiler verwandt. Alle drei Rassen teilen sich gemeinsame Vorfahren.
  • Chornyi Terriern (Black Russian Terriern) sieht man ihre enge Verwadtschaft mit Riesenschnauzern sofort an.

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Wesen und Charakter des Riesenschnauzers: Treue geht vor

Die größte Tugend des Riesenschnauzers ist seine bedingungslose Treue. Hat er einen Menschen als Rudelführer akzeptiert, hält er sich unbeirrbar an dessen Regeln und Grenzen. Der aktive Hund braucht unbedingt eine sinnvolle Beschäftigung und fühlt sich im großen Rudel am wohlsten. Als Singlehalter bist Du mit einem Riesenschnauzer sicher schnell überfordert – ein so aktiver Hund mit dieser Größe ist fraglos ein Job für mindestens zwei Halter.

In der Ruhe liegt die Kraft

Riesenschnauzer sind im Vergleich zu ihren kleineren Verwandten ausgeglichener und ausdauernder, daher sind sie optimal als Therapie- oder Rettungshunde geeignet. Die kräftigen Tiere sind trotz ihrer inneren Ruhe sehr aktiv und sportlich. Sie müssen sich mehrere Stunden täglich aktiv beschäftigen. Auch bei der Jagd oder beim Hüten von Vieh können sie ihren Halter unterstützen. Im Umgang mit Kindern und anderen Haustieren sind sie geduldig und nachsichtig. Wegen ihrer Körpergröße sollten sie trotzdem nicht unbeaufsichtigt mit Kindern spielen. Als Familienhunde sind sie trotz ihrer Skepsis gegenüber Fremden gut geeignet.

Diese Rollen nimmt der Riesenschnauzer gern im Rudel ein

  • Er fungiert gern als Beobachter und Beschützer und verteidigt Haus und Garten gegen unerwünschte Eindringlinge.
  • Er unterstützt seinen Halter bei verschiedenen Aufgaben (Blindenführhund, Fährtenleser, Hirtenhund).
  • Hunde der Rasse möchten am Familienleben teilhaben und bei allen Aktivitäten dabei sein. Sie beschützen instinktiv kleinere Rudelmitglieder.
  • Der Riesenschnauzer ist sehr anhänglich und bleibt nur ungern allein. Er orientiert sich stets an seinem Halter, kann aber auch eigenständige Entscheidungen treffen.

Erziehung und Haltung beim Riesenschnauzer: Für Anfänger eine Herausforderung, für erfahrene Halter eine Freude

Wird ein Riesenschnauzer nicht richtig ausgelastet, sucht er sich selbst „sinnvolle“ Aufgaben und bewacht meist sein Territorium. Wenn Du vermeiden möchtest, dass Dein Hund zum unruhigen „Kläffer“ wird, der niemanden mehr ins Haus lässt, beginne früh mit der Erziehung und beschäftige Dich so viel wie möglich mit Deinem heranwachsenden Hund. Die Rasse ist nicht nur sehr athletisch, sondern auch intelligent und mit einer ausgezeichneten Spürnase ausgestattet, daher sind die großen Schnauzer fast jeder Aufgabe gewachsen.

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Berufliche Einsatzgebiete für Riesenschnauzer

  • Professionelle Hundesportarten (Obedience, Agility).
  • Fährtensuche, Funktion als Spürhund (Polizei, Zoll, Mantrailing).
  • Einsatz als Wach- und Schutzhund (Schnauzer nicht scharf machen!)
  • Einsatz als Rettungshund (Suchen und Bergen von verletzten Personen).
  • Alltägliche Hilfe für Blinde, Diabetiker und körperlich eingeschränkte Menschen.

Wie lernbereit ist der Riesenschnauzer?

Die stolzen und selbstbewussten Hunde sind in jungen Jahren eher stur und brauchen konsequente Erziehung, damit sie im Erwachsenenalter nicht den Ton im Rudel angeben wollen. Auf Fremde hören sie nicht, dafür halten sie sich exakt an die Kommandos ihres Halters, wenn sie diese einmal verinnerlicht haben. Damit Dein junger Riesenschnauzer sich später zu einem umgänglichen und angenehmen Familienhund entwickelt, solltest Du mit ihm eine Welpenschule besuchen und ihm den richtigen Umgang mit fremden Hunden und Menschen zeigen.

So kannst Du Deinen Riesenschnauzer beschäftigen

  • Obedience, Mantrailing, Agility und weitere Hundesportarten.
  • Lange Wanderungen (bei jedem Wetter).
  • Apportierspiele.
  • Suchspiele/Fährtenarbeit (In- und Outdoor).
  • Ausbildung zum Schutzhund.
  • Spielen mit Kindern, Herumtoben im Garten.

Voraussetzungen für die Anschaffung eines Riesenschnauzers

Riesenschnauzer sollten in einer ebenerdigen Wohnung oder in einem Haus mit großem Garten leben. Wegen ihrer Anfälligkeit für Hüftdysplasien sollten sie im Alltag bestenfalls keine Treppen steigen. Als Stadthunde sind die bewegungsfreudigen Tiere eher ungeeignet. Auf dem Land legen sie täglich gern mehrere Kilometer am Stück zurück. Wenn Du Dir einen Riesenschnauzer zulegst, rechne also mit zwei bis drei Stunden täglicher Aktivität im Freien.

Pflege, Ernährung und Gesundheit: Robuster Hund mit empfindlichem Fell

Wie bei allen großen Hunderassen treten auch beim Riesenschnauzer häufig Hüftdysplasien auf. Im Vergleich zu anderen Rassen mit einer Körpergröße über 60 cm ist das Vorkommen wiederum eher gering. Um Dysplasien vorzubeugen, solltest Du Deinen Hund in den Wachstumsphasen schonen und ihn auch im Erwachsenenalter wenn möglich keine Treppen steigen lassen. Für einen schonenden Ein- und Ausstieg ins Auto gibt es spezielle Hundeleitern.

Rassetypische Krankheiten beim Riesenschnauzer

  • Schnauzer sind generell etwas anfälliger für Krebserkrankungen als andere Rassen, besonders häufig tritt Krallenkrebs auf.
  • Selten treten bei der Rasse Schilddrüsenunterfunktionen auf (Hypothyreose).
  • Autoimmunhämolytische Anämie ist eine erblich bedingte Blutarmut.
  • Epileptische Erkrankungen können ebenfalls auftreten.

Waschen, föhnen legen: Fellpflege beim Riesenschnauzer

Das robuste und wetterfeste Stockhaar des Riesenschnauzers sieht pflegeleicht aus, braucht aber wöchentlich mehrere Stunden intensiver Pflege. Die Unterwolle muss regelmäßig von losen Haaren befreit werden. Damit Dein Hund sein typisches Schnauzer-Aussehen behält, sollten die Haare an der unteren Profillinie, an den Läufen und im Gesicht regelmäßig vom Profi geschnitten werden. Da Friseurbesuche und Haarpflege mit dem Trimmkamm für einen Riesenschnauzer zum Alltag gehört, solltest Du Deinen Welpen schon früh an das Stillhalten gewöhnen. Je weniger Stress er beim Frisieren empfindet, desto weniger Arbeit macht das regelmäßige Trimmen der Unterwolle.

Die richtige Ernährung für große Hunderassen

Riesenschnauzer wachsen als Welpen deutlich schneller als kleinere Hunderassen und brauchen deshalb spezielles Welpenfutter, das die Knochenbildung unterstützt. Das Welpenfutter kommt etwas länger in den Napf als bei kleineren Rassen. Viele große Hunderassen sind erst mit 4 Jahren vollständig ausgewachsen; die Knochen müssen sich also erst noch festigen. Auch für große Hundesenioren gibt es spezielle Futtermischungen, die die Knochen und Gelenke unterstützen und Dysplasien entgegenwirken sollen. Von einer reinen BARF-Ernährung raten wir bei sehr großen Hunderassen wie dem Riesenschnauzer ab – abgestimmte Hundefutter-Mischungen beinhalten alle wichtigen Nährstoffe, die Dein Hund braucht. Wer seinem Hund die täglichen Mahlzeiten selbst zusammenmischt, sollte ein Experte in Ernährungslehre sein und die Blutwerte des Vierbeiners regelmäßig tierärztlich überprüfen lassen.

Riesenschnauzer vom Züchter kaufen: Nicht ohne den Pinscher und Schnauzer Klub e.V.

In Deutschland ist ausschließlich der 1895 gegründete Pinscher und Schnauzer Klub e.V. vom Verein für das Deutsche Hundewesen zertifiziert und somit allein verantwortlich für die gesunde Nachzucht von deutschen Schnauzer- und Pinscherrassen. Als Dienst- und Gebrauchshunde sind Riesenschnauzer hierzulande fast überall gefragt, obwohl die Hunde nicht gerade als „salonfähig“ gelten. Wegen ihres aktiven Temperaments und ihrer Körpergröße, die bei Welpen häufig unterschätzt wird, werden die Tiere außerdem nicht selten in Tierheimen abgegeben. Wenn Du einen reinrassigen Riesenschnauzer suchst, rechne mit einem Kaufpreis zwischen 1000 und 2000 Euro. Welpen aus Arbeitslinien können bis zu 4000 Euro kosten.

Hier findest Du Züchter mit VDH-Zertifikat und Vermittlungshunde

  • Im VDH sind mehr als 50 Züchter–LINK–(https://www.vdh.de/welpen/zuechter?id=395) von Riesenschnauzern registriert.
  • Der Pinscher und Schnauzer Klub e.V.–LINK–(https://www.psk-schnauzer-pinscher.de/welpen/z%C3%BCchterlisten/) führt eigene Züchterlisten für Riesenschnauzer.
  • Die Schnauzer Nothilfe e.V.–LINK–(https://www.psk-schnauzer-pinscher.de/welpen/z%C3%BCchterlisten/) vermittelt europaweit Fund- und Abgabetiere aus Tierheimen.

Darauf solltest Du beim Welpenkauf achten

  • Hündinnen sollten nicht zu häufig gedeckt werden und 1 – 2 Jahre Pause zwischen ihren Würfen machen.
  • Die Welpen wachsen im Haus des Züchters oder im extra Welpenhäuschen auf (keine Zwingerhaltung!)
  • Alle Welpen wurden vor der Abgabe tierärztlich untersucht.
  • Der Züchter kann einen vollständigen Stammbaum vorlegen, in dem keine inzüchtigen Verpaarungen vorkommen.

Fazit: Ein Riesenschnauzer bringt Liebe und Haare ins Haus

  • Riesenschnauzer sind fähige Gebrauchshunde, die sich zu Hause gern ins Familienleben einbringen.
  • Sie haaren sehr viel und ihr Fell braucht intensive Pflege, damit es nicht verknotet und verfilzt. Für Allergiker sind die Hunde deshalb eher ungeeignet.
  • Obwohl der Riesenschnauzer etwas ruhiger ist als seine kleineren Verwandten, braucht er täglich mehrere Stunden Bewegung und viel Auslauf. Für die Haltung in der Stadt ist die Rasse kaum geeignet.

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